Über mich
Am Muttertag im Mai 1970 wurde ich als jüngerer zweier Brüder in der ostwestfälischen Stadt Minden geboren, in der ich bis zu meinem 32. Lebensjahr geblieben bin. Nach Besuch der Grundschule (1976-1980) und des Besselgymnasiums (1980-1986), machte ich mein Abitur schließlich am Wirtschaftsgymnasium der Freiherr-vom-Stein-Schule. Die Erinnerungen an meine Schulzeit, die in den Roman Für dich bricht meine Welt zusammen und die Kurzgeschichte Wenn Sara nicht gewesen wäre eingeflossen sind, stammen dabei vor allem aus meiner Zeit am Besselgymnasium.
Nur drei Wochen nach dem Abitur wurde ich zum damals noch obligatorischen Wehrdienst eingezogen, probierte anschließend für zwei Semester ein BWL-Studium, zog dann aber eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten vor. Nach späterer Fortbildung zum Bilanzbuchhalter verschlug es mich über eine Zwischenstation bis heute ihn in die kaufmännische Leitung eines mittelständischen Handwerksbetriebes, in der ich 2004 mit einer Auszubildenden begann und mittlerweile ein kleines aber feines Team von sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leite.
Auch wenn der Beruf des Buchhalters bei Weitem nicht so langweilig ist, wie viele ihn sich vorstellen, habe ich neben der beruflichen Tätigkeit stets kreative Hobbys bevorzugt. Lange Zeit war Musik dabei meine Hauptbeschäftigung. Früher habe ich in meinem Kinderzimmer umständlich Kassetten ineinandergemixt, später war ich viele Jahre als DJ Jochen in einer örtlichen Diskothek namens Bierdorf Grillepark tätig. (Der Name wurde mir übrigens von der Besitzerin gegeben – ich hätte mir sonst einen „cooleren“ ausgesucht).
Mitte der 90er habe ich dann meine heutige Ehefrau kennengelernt und das DJing an den Nagel gehängt, um mich der Familien- und Karriereplanung zu widmen. 1999 haben wir geheiratet, in den Jahren 2000 und 2003 sind unsere beiden Söhne zur Welt gekommen, die mitlerweile in Hamburg und Bielefeld studieren.
Irgendwann um diese Zeit habe ich auch mit dem Schreiben erster Kurzgeschichten begonnen. Meine 2020er Veröffentlichung Wenn Sara nicht gewesen wäre ist praktisch das Erste, was ich jemals geschrieben habe.
Kleinere Dinge habe ich damals auf Internetportalen wie e-stories veröffentlicht, darunter auch eine Harry-Potter-Fanfiction, die verhältnismäßig beliebt war. Erst viele Jahre später habe ich dann beim Lesen mancher Bücher gedacht: „Das kannst du aber mindestens genauso gut“, und habe aus einer meiner alten Kurzgeschichten ein komplettes Buch gemacht. Hieraus entstand mein Debütroman Für dich bricht meine Welt zusammen , der aufgrund des Genres zwar kein Kassenschlager war, zu dem ich aber auch heute noch immer wieder begeisterte Nachrichten von Leserinnen und Lesern bekomme.
Mit meinen Büchern konzentriere ich mich bislang auf realitätsnahe Geschichten für junge und junggebliebene Menschen. Meine Hauptcharaktere (egal ob Mädchen oder Junge) schleppen meist die Sorgen und Fragen mit sich herum, die auch mich als Teenager beschäftigt haben. Gerade auf die emotionale Welt der Jungs lege ich dabei besonderes Augenmerk, denn diese wird im Bereich der romantischen Jugendliteratur doch sehr häufig ignoriert. Die mindestens 95% Frauen, die in diesem Genre schreiben, verfallen zumindest nur zu gerne dem Aschenputtel- und Bad-Boy-Klischee. Für einen Jungen sind viele dieser Romane nur schwer zu ertragen – ein Muster, das ich mit meinen Geschichten zu durchbrechen versuche. Ich möchte gern alle Geschlechter erreichen, ohne den Pfad der romantischen Erzählung zu verlassen, und dabei weinen Jungs eben auch schon mal oder können vor lauter Liebeskummer nächtelang nicht schlafen. Und die Mädchen schmelzen nicht gleich dahin, nur weil der Schulschönling ihnen zuzwinkert, hauen dafür aber gerne mal auf den Tisch, wenn ihnen was gegen den Strich geht.
Ich selbst habe durchaus weibliche Züge, bin auch nie ein „Lautsprecher“ gewesen. Vielleicht sind es diese wenig stereotypen Eigenschaften und Verhaltensweisen, die auch viele männliche Hauptcharaktere in meinen Geschichten ausmachen. Nach über einem halben Jahrhundert auf dieser Welt darf ich aber sagen, dass ich schon lange „bei mir“ angekommen bin. Es gibt keine Ideale mehr, denen ich hinterherrenne, und so schön mein bisheriges Leben auch war – ich versinke nicht in Wehmut, dass manche Zeiten nie wiederkommen werden. So wie meine Kindheit und Jugend, an die ich so schöne Erinnerungen habe. Ich bin vielmehr dankbar für diese Erinnerungen. Und wenn ich beim Schreiben für ein paar Stunden wieder jung sein darf, dann reicht mir das vollkommen.